2023 – CHAOS

Die Welt liegt in Scherben. Ein Wirrwarr umgibt uns: Heilloses Durcheinander – fehlende Ordnung. Ein überforderndes Vakuum hüllt uns ein, während wir in übervollen leeren Räumen versinken. Wir irren umher, verwirren uns, verirren. Wir drehen uns im Kreis, schütten unsere Gedanken aus, bis wir selbst zum Chaos werden. Wir nehmen das Chaos an, finden Sinn im Unsinn und bergen ungeheuer schöpferische Potenziale.

Wir erforschen, was wir dem Chaos künstlerisch entgegensetzen können. Wir erproben spektakuläre Entropien und nehmen unseren Raum zurück. Wir brechen aus dem Wirrwarr heraus und machen die Unordnung fruchtbar.

Lasst uns das Chaos in die Hand nehmen.
Lasst uns im Tohuwabohu tanzen.
Lasst uns Chaot*innen sein.

2022

2022 – »berühr mich!«

Eine sanfte Berührung, ein Handschlag, eine Umarmung. Dinge anfassen, ertasten und erforschen. Eine Atmosphäre, ein Lied oder ein Geruch – Berührungen, ob emotional oder physisch, haben eine unmittelbare Wirkung auf uns. Nach einem Jahr des Experimentierens in digitalen Räumen fordern und testen wir mit dem ARENA-Festival 2022 Grenzfälle von Interaktionen und Berührungen. Unter dem Motto »berühr mich!« werden neu geschaffene wie auch bereits etablierte Bühnen im Stadtgebiet Erlangen bespielt. Regionale und internationale Theater- und Performancegruppen werden eingeladen, die Zuschauenden zu berühren, zu aktivieren und mit Emotion und Affekt, Nähe und Abstand zu spielen.

Wir wollen berühren und bewegen, berührt und bewegt werden. Wir wollen hinterfragen, was uns spüren lässt und was uns berührt, wenn körperliche Berührung nicht möglich ist. Welche Konsequenzen haben emotionale und physische Distanzen? Wie können diese überwunden oder gar produktiv gemacht werden? Wie können wir Berührung, Interaktion und ästhetische Erfahrung kreieren und handhabbar machen? Lasst uns kollektive Handlungsräume schaffen, in welchen wir Berührungen möglich machen. 

Lasst euch berühren und berührt andere!

2021

2021 – Stuck in a Loop

Ein weiteres Jahr Arena: Unter dem Thema „Stuck in a l∞p!“ versuchen wir auch 2021 Theater- und Performancegruppen aus aller Welt hier nach Erlangen auf unsere Bühnen zu zaubern. So wie unser Festival basieren viele Aspekte unserer Alltagswelt, unserer seelischen und weltlichen Prozesse auf Wiederkehr, Regelmäßigkeit und Zyklus. Wir drehen uns im Kreis. Ob Probleme, Jahreszeiten oder Gefühle – immer wieder ertappen wir uns in einer Art bewusstem Déjà-vu. Gedanken wie „Hier war ich schon mal“ oder „Nicht schon wieder“ führen uns vor Augen, wie sehr Kreisläufe unser Leben und unsere kollektive Weltwahrnehmung bestimmen. Die eigene Gestaltung eines genießbaren Alltags, unser Umgang mit immer wiederkehrenden Themen des gesellschaftlichen Diskurses definieren uns selbst und unsere Zukunft. Stecken wir fest? Zu welchem Grad sind wir bereit diese Zyklen zu akzeptieren und was bewegt uns, aus unseren persönlichen „Loops“ auszubrechen? Welche dieser Kreisläufe sind im Sinne der Ruhe und des familiären Bekannten mit offenen Armen zu begrüßen und welche bedarf es zu sprengen, um uns weiterzuentwickeln und uns an neue Ufer zu katapultieren? Wir freuen uns darauf miterleben zu dürfen, wie unsere diesjährigen Künstler*innen philosophische Zusammenstöße zwischen Tradition und Innovation, zwischen konservativ und progressiv, zwischen Annehmen und Ablehnen thematisieren. In welchen Loops seid ihr gefangen? In welchen Loops seid ihr gefangen? In welchen Loops seid ihr gefangen? In welchen Loops seid ihr gefangen?

2020

2020

Unsere Erwartungen an das diesjährige Festival

Tristan Mühlbauer (Logistik)

Es ist schwierig, Worte zu finden, wenn es darum geht Erwartungen niederzuschreiben zu einem Festival, das nicht stattfinden wird. Wenn ich aber die letzten Jahre in Betracht ziehe, fällt mir auf: war es jemals anders? 2019 war mein erstes Festivaljahr bei Arena. Monate der Vorbereitung und Planung für „nur“ eine Woche voller Theater, Tanz und Performance. Solange man sich noch nicht in der finalen Woche der langen Arbeit befindet, in welcher dann das Festival letztendlich stattfindet, ist es ein absolut abstraktes hypothetisches Etwas, von dem man die Hoffnung hat, dass es allen Spaß macht. Für jedes neues Teammitglied ist das, was am Ende rauskommen soll, komplett unbekannt und kann auch nicht durch Geschichten, Videos oder Bilder definiert werden. Gerade das ist es was Arena so unglaublich vielseitig und spannend macht. Niemand, selbst die alteingesessenen Teammitglieder_Innen, können weder vorhersagen noch grob skizzieren, wie das Festival letztendlich aussehen wird. Natürlich ist es einfach gesagt: „Keine Ahnung wie es wird, ist jedes Jahr anders“, aber gerade das macht Arena so besonders. Es gibt keinen Masterplan wie das Festival zu gestalten ist, sondern nur Tipps von ehemaligen Teammitglieder_Innen an die man sich halten kann oder eben auch nicht. Jedes Mitglied bringt aber eine gewaltige Menge an kreativen Ideen mit, die immer wieder das Gesicht des Vereins verändern. Wenn man mich also fragt was meine Erwartungen an das diesjährige Festival gewesen wären, könnte ich nur antworten: „Absolut keine Ahnung. Nicht im Geringsten. Das einzige was ich sagen kann ist: es wird euch und auch uns vom Hocker hauen. Denn mit Arena kommt nicht irgendein Festival nach Erlangen, sondern es kommen Künstler_Innen aus der ganzen Welt und schaffen zusammen mit der Basis, die das Team legt, eine unglaublich kreative und ideengeladene Gemeinschaft, die eine Woche lang Kunst erzeugt, und mit jedem teilt, der sie sich gerne anschaut“.

Jan Schielzeth (Finanzen)

Als ich zum ersten ARENA-Meeting gegangen bin, war die Theaterwelt für mich Neuland. Ich habe mich aber sofort von den anderen enthusiastischen Mitgliedern anstecken lassen und war begeistert, die Chance zu haben, bei der Planung eines mehrtägigen Festivals im finanziellen Bereich mitzuwirken und das in Vorlesungen erlernte bei einem echten Projekt anwenden zu können. Obwohl wir Arena 2020 absagen mussten, hat die Planung – vor allem dank des tollen Teams – viel Spaß gemacht und ich freue mich durch die Aufgaben und Herausforderungen, vor die wir gestellt wurden, viel gelernt & Praxiserfahrung gesammelt zu haben.

Trotzdem ist es natürlich sehr schade, dass das 30-jährige Jubiläum nicht stattfinden kann. Ich bin mir sicher, dass wir mit unserem Team und den tollen Künstler_Innen, die wir dieses Jahr im Auge hatten, ein unvergessliches Festival auf die Beine gestellt hätten und hoffe sehr, dass wir das im nächsten Jahr nachholen können!

Marius Beyer (Koproduktion)

Das Festival 2020 wäre für mich das zweite Mal ARENA gewesen, und das erste als Mitorganisator. Ich hatte mich auf eine Woche gefreut, in der lauter verrückte Theatermenschen von überall zusammenkommen, um sich ihre Produktionen zu zeigen, um ins Gespräch zu kommen, um Spaß zu haben und um Theater voranzutreiben. „NO DRAMA_“ hätte ich mir nach dem verrückten ersten Halbjahr gewünscht, bekommen habe ich jedoch Drama! Geschlossene Theater, Kunstschaffende am Rande des finanziellen Kollapses. ARENA wird also in diesem Jahr Review passieren lassen, über 30 Jahre junges Theater, Performance und Tanz und somit einen Funken Hoffnung sprühen: dass es bald weiter geht, dass Theater bereits viele Krisen überstanden hat und auch diese überstehen wird, dass wir Theater brauchen und dass ich an den Feierlichkeiten zu 60 Jahren ARENA teilnehmen kann. Es haben sich nun viele Themen aufgestaut, die aufgearbeitet werden können und müssen. Und ARENA wird dazu einen Beitrag leisten.

Dieses Jahr jedoch ist mein Sofa ARENA. Das hat auch was.

Chris Opel (Logistik)

Als absoluter Neuling in der Theaterwelt bot mir ARENA einen ersten Einblick in das, was Erlangen kulturell zu bieten hat und was mich auch in meinem kürzlich angefangenen Studium der Theater- und Medienwissenschaften erwarten würde. Das Team wirkte auf mich schon im ersten Moment wie ein Kollektiv begeisterter Theaterinteressierter und auch die ersten Sitzungen zeigten mir, was für große Pläne und Ideen in dieser Atmosphäre entstehen können. Auch wenn man für unterschiedliche Bereiche zuständig war, so arbeitete man doch als ein stetiges Team mit einem gemeinsamen Ziel: wie jedes Jahr (seit 30 Jahren) Theater und Kultur aus verschiedenen Orten der Welt nach Erlangen zu bringen und dies im Rahmen eines großen Festivals zu zelebrieren. Auch wenn ARENA dieses Jahr nicht stattfinden wird, bin ich froh einen Einblick in diese Welt bekommen zu haben, und bin gespannt auf die folgenden Jahre.

Linus Jaensch (Gastronomie)

Für dieses Jahr hatte ich mir ein kleines, aber feines Festival vorgestellt. Das fing in der Planung mit einem relativ kleinen ARENA-Team an und hörte bei einer etwas verringerten Anzahl an zu präsentierten Stücken auf. Ich hatte mir erhofft, dass unser Festival dabei dennoch durch seine Vielfältigkeit in den verschiedenen Künstler_Innen(-gruppen) und mit deren Projekten hätte glänzen können. Besonders unserem beachtenswerten ARENA-Team-Neuzugängen hätte ich das gewünscht. Am schönsten war für mich letztes Jahr der Austausch mit jeglichen Mitwirkenden im Festivalbüro, bei dem so manche Begegnung gemacht wurde, die nachhaltig prägen konnte. Darin besteht für mich ein besonderer Verlust, der mit der Absage der diesjährigen Festivitäten verbunden ist. Aber ganz im Sinne unseres eigentlichen Mottos „NO DRAMA_“, welches nun ungewollt prophetisch wirkt, ist das alles halb so wild. So haben wir unsere Liebe und Hingabe in die Würdigung des 30-jährigen Bestehens gesteckt.

Matthi Werr (Videoproduktion)

Dieses Jahr wäre mein erstes ARENA-Festival gewesen, weshalb ich nicht wirklich wusste, was mich erwarten würde. Zum ersten Mal habe ich was von ARENA mitbekommen, als mir im Sommer 2019 ein paar Freunde ganz begeistert Fotos zeigten und von einem „Theaterfestival“ erzählten, an dem sie mitarbeiten würden. Ein halbes Jahr später wurde ich an der Uni von demselben Freund eingeladen, spontan zum ersten Treffen mitzukommen. Ich war sofort motiviert, habe mich mit allen Mitglieder_Innen bestens verstanden und habe mich gefreut, durch meinen Bereich bestmöglich mit am Festival zu arbeiten. Jetzt da das Festival nicht wie geplant stattfinden kann, werde ich wohl noch ein Jahr warten müssen um ARENA in vollem Glanz sehen zu können, werde aber mit Sicherheit ein weiteres Jahr im Team bleiben.nIch hatte mich auf eine stressige, aber aufregende Festivalwoche voller neuer Erfahrungen, toller Menschen und Theaterperformance gefreut und darauf, dass wir als Team stolz auf das Projekt zurückschauen und sagen können: Das haben wir verdammt gut auf die Beine gestellt. Auf ein weiteres Jahr ARENA!

Bjarne Rauer (Technik)

Das Arena-Festival 2020 sollte dieses Jahr mein erstes sein. Ich war sehr gespannt auf dieses Projekt. Fasziniert hat mich vor allem der Anspruch, mit dem die Dinge angegangen wurden. Über viele Themen wurde ausgiebig diskutiert und beraten, damit das Festival auch den Anforderungen, die wir uns selbst gestellt haben, gerecht wird. Der Balanceakt zwischen Anspruch und Möglichkeiten, in dem sich das Festival befindet, ist ein stetiges Risiko und Abwägen, dass eine Spannung erzeugt. Diese Spannung lässt einen dranbleiben und Vorfreude auf die Bühnen, das Festivalzentrum und die Künstler*innen mit ihren Aufführungen entstehen. Gefreut habe ich mich auch auf die Möglichkeit, neue Fähigkeiten zu erlangen. Zum Beispiel im Umgang mit der Technik, dazu hatten wir auch schon einen Workshop gemacht. Schade, dass ich jetzt das gelernte Wissen über Kabel, Lampen und Stromkreisläufe nicht an den echten Aufführungsorten ausprobieren kann. Aber ich denke, nächstes Jahr wird dafür umso aufregender und besonderer.

Igor Biberman (Künstlerische Leitung)

Die dringendsten Probleme unserer Zeit – Klimakatastophe, Diskriminierung, Entfremdungprozesse in der Gesellschaft – alles NO DRAMA_? – all diese Themen hätten im Jubiläumsjahr 2020 selbstredend eine Rolle gespielt. Ebenso unser Zeitgeist. Tanzkultur… ist das bloß ein Ausdruck puren Hedonismus einer unbekümmerten Jugend? Was wird aus Tanzkultur, wenn sie in einer totalitären Gesellschaft stattfindet? Wird sie zwangsläufig ein Ausdruck von Befreiung, Rebellion? Ich hatte mich sehr auf unseren diesjährigen Gast, Igor Shugaleev aus dem weißrussischen Minsk, gefreut. Mitten auf einem Rave wollte er sich den Raum nehmen, seine Performance in eine tanzende Menge tragen. Was er genau vorhatte, darüber rätselte auch die KL. Aber ich war so gespannt, das mitzuerleben! 

Ellina Rauschhuber (Künstlerische Leitung)

Dieses Jahr wäre es das erste Mal, dass ich bei dem ARENA-Festival mit dabei gewesen wäre. Ich habe mich zum einen sehr auf die Zusammenarbeit mit den verschiedenen und kreativen Künstlern_Innen gefreut, zum anderen auf die Einblicke in die vielfältigen Formen der Theater- und Tanzarten auf der Bühne. Vor allem das Zusammentreffen und der Austausch zwischen Kunstschaffenden und Kunstliebhaber_Innen in einer generell künstlerischen Atmosphäre interessieren mich. Auch auf die Reaktion der Zuschauenden auf die Stücke, die wir ausgewählt haben, war ich gespannt. Sehr neugierig war ich auch auf die Workshops, die angeboten werden sollten. Nachdem mir über einen Workshop aus dem letzten Jahr erzählt wurde, über die kreative Zusammenarbeit zwischen Künstler_Innen und den Besucher_Innen, war ich gespannt, was dieses Jahr angeboten worden wäre. Doch da dieses Jahr unter den gegebenen Umständen kein ARENA-Festival stattfinden kann, bin ich noch gespannter auf das nächste Jahr, und wir werden mit noch mehr Vorfreude das ARENA-Festival 2021 erwarten. 

Kaya Hezel (Logistik)

Schweren Herzens mussten wir das Festival dieses Jahr auf Grund der Pandemie absagen. Doch was hätte mich/uns erwartet?  

Hierzu ein kleiner Einblick:

Während der Festivalwoche wird das sogenannte Festivalzentrum zu einem richtigen zweiten Wohnort. Überall wird gearbeitet, gekocht, geplant, nebenbei laufen Künstler_Innen herum oder Workshops finden statt. Fast wie eine riesige WG funktioniert, kommuniziert und arbeitet das Team an diesem Ort zusammen. Besonders die zwischenmenschlichen Momente und Unterhaltung machen diese Woche zu einer der schönsten des Jahres. Man kommt mit unfassbar vielen Menschen in Kontakt: Fremden, Bekannten, Besucher_Innen, Künstler_Innen, Helfer_Innen und manchmal sogar mit einer neuen Seite von sich selbst. Ein lebensveränderndes Projekt, welches von einem selbst mitgeplant, umgesetzt und erfüllt wird. Mit diesen Hoffnungen, Erwartungen und Emotionen freue ich mich auf das nächste reale Festival 2021 und schließe das Arenakapitel 2020 unter unserem Motto „No Drama“.

Svenja Harder (Öffentlichkeitsarbeit)

Da dies mein erstes ARENA-Festival gewesen wäre, wusste ich anfangs natürlich nicht, was auf mich zu kommen würde, weshalb ich auch erstmal ohne Erwartungen an die Sache herangegangen bin. Nach unserem ersten Treffen im Oktober habe ich mich richtig auf die Arbeit im Öffentlichkeitsarbeit-Team gefreut, wir hatten relativ schnell eine klare Aufgabenverteilung, was es sehr angenehm gemacht hat. Nach einigen Treffen hatte ich mir dann auch meine ersten Erwartungen gebildet: ich freute mich darauf, Künstler_Innen aus aller Welt kennenzulernen, auf einige Inszenierungen war ich richtig gespannt. Natürlich war es sehr schade, dass wir das Festival schlussendlich absagen mussten, aber davon abgesehen, dass das definitiv die richtige Entscheidung war (die uns ja später eh abgenommen geworden wäre), freue ich mich jetzt schon darauf, das Erlernte und Erarbeitete im kommenden Festivaljahr mit unserem neuen Motto, (das bereits feststeht 😉) einzusetzen. Zu wissen, dass man von etwas so Großem bzw. Großartigen Teil war/ist, ist ein unglaublich gutes Gefühl!

Mo Sommer (Künstlerische Leitung)

Ich trauere ja schon sehr um das diesjährige ARENA-Festival. Natürlich steht es wohl nicht zur Debatte, dass die Entscheidung es abzusagen die Richtige war. Dennoch hätte ich es so gerne miterlebt, wie hier in Erlangen unsere Künstler_Innen(-gruppen) aus aller Welt zusammenfinden, sich kennenlernen und natürlich die Theaterbegeisterten der Stadt mit ihrer Kunst bereichern. Wer hätte gedacht, dass unser diesjähriges Motto „NO DRAMA_“ von der Welt so wörtlich genommen würde? Dabei hatten wir uns schon gefreut auf die „challenges to the form“, die Herausforderungen an den Dramentext, die das diesjährige Motto auf unseren Bühnen zusammengetrommelt hätte. Wir werden unser Bestes geben, 2021 ARENA die Wiedergeburt zu verleihen, die es verdient hat. Ich meine, es ist ein rein studentisch organisiertes internationales Festival für Tanz, Theater und Performance. Es ist schade, dass diese kleine verrückte Perle Erlanger Theaterkultur dieses Jahr pausieren muss. Aber wir freuen uns, euch nächstes Jahr wieder willkommen zu heißen, in hoffentlich etwas besseren Umständen. 

Mara Franz (Organisation)

Es wäre das 30. ARENA-Festival in Folge hier in Erlangen gewesen. Ich hatte mich auf ein drittes Jahr bei Arena gefreut und dem Festival mit vielen Erwartungen entgegengeblickt.  Es gibt viele Worte, die mir einfallen würden, um Arena zu beschreiben: aufregend, emotionsgeladen, spannend, gemütlich, bunt, laut, elektrisierend und noch so vieles mehr. Ich kann mich noch gut an mein erstes Jahr erinnern, als man sich noch gar nicht vorstellen konnte, wie das Festival aussehen würde und als es dann endlich da war, wie überwältigt ich von all den Eindrücken und Erfahrungen gewesen bin. Ich hatte mir auch für 2020 eine Woche vorgestellt, die mit den verschiedensten Eindrücken, Gesprächen und den unterschiedlichsten Persönlichkeiten ausgefüllt sein würde. Vor allem für unsere neuen Teammitglieder_Innen hätte ich mir gewünscht, das alles miterleben zu dürfen. Ich hoffe, dass Arena aus dieser Zeit gestärkt hervorgeht und uns alle mit einem neuen Festival überraschen kann. Umso mehr freue ich mich aber, dass wir das diesjährige Jubiläum nun auf anderem Wege stattfinden lassen und wünsche mir, dass ARENA etwas bleiben wird, dass die Stadt Erlangen gerne bei sich hat. 

Jasmin Rogelj (Helferkoordination)

Erstmal komme ich zu der Erwartung, die sich schon erfüllt hat. Das war das Stattfinden trotz der jetzigen Krise, nur eben in einer anderen Form. Denn ein Jubiläum zu haben, ohne es richtig zu feiern und noch die Arbeit, die reingesteckt wurde, fallen zu lassen, wäre meiner Meinung nach schade. Natürlich hat es nicht die Form, die es normalerweise hat und ist ganz anders als gewohnt, aber ich sehe trotzdem was Besonderes am digitalen Format: Es gibt neue Möglichkeiten, wie z.B. eine neue Nähe zu den Zuschauenden bzw. Spielenden. Denn wer hätte erwartet, dass es möglich ist, das Theater zu einem nach Hause zu bringen? Niemand, behaupte ich. Trotzdem hoffe ich, dass trotz Distanz das gute Gefühl aufkommt, das normalerweise bei dem Festival live aufgekommen wäre. Und ein Wunsch ist es, den Leuten damit ein Stück Normalität zurückzugeben, was besonders in diesen harten Zeiten gebraucht wird. Besonders für die Künstler_Innen, die zum Teil um ihre Existenz bangen müssen, damit ihnen gewisse Stärke zu geben, die Krise zu überstehen. Zum Schluss, dass es einfach ein Festival wird, das so schnell niemand vergessen wird und jede_r sich mit Freude immer daran erinnern werden.

Irini Couleli (Öffentlichkeitsarbeit)

Am 24. Juni 2020 wäre es soweit gewesen: Das Internationale ARENA-Festival für Tanz, Theater und Performance wäre in die dreißigste Runde gegangen.  Aufgrund der aktuellen Corona-Situation wird es leider nicht LIVE stattfinden können. Jedoch hatte ich bestimmte Erwartungen für dieses Jahr: Eine Menge Input, Output und ganz viel Liebe. Besonders gefreut hätte ich mich auf das familiäre Gefühl unseres Festivals. Im Gegensatz zu den Jahren davor, hätten wir (nur) sechs Gruppen zu präsentieren und auch unser ARENA-Teamm ist von der Anzahl her geschrumpft.  

Auf das Zusammentreffen verschiedener Nationen, Kulturen und Künstler_Innen hätte ich mich am meisten gefreut. Vor allem auf die Art und Weise, wie die Kunstschaffenden unser diesjähriges Motto „NO DRAMA_“ repräsentiert, interpretiert und inszeniert hätten! Um ehrlich zu sein, habe ich nicht wirklich bestimmte Erwartungen an das Festival. Ich finde es großartig, wie die unterschiedlichen Künstler und Künstlerinnen das Festivalthema aus unterschiedlichen Blickwinkeln beleuchten damit somit für Aha-Momente sorgen. Das ist großartige Kunst!

Elli Freigang (Organisation)

Für mein drittes und letztes Jahr im ARENA-Team habe ich mir ein kleines, feines Festival vorgestellt. Woche für Woche schmiedeten wir Pläne für die Umsetzung der Theaterwoche, um Tanz, Theater und Performance aus aller Welt nach Erlangen zu bringen.

Für unser 30-jähriges Jubiläum beschlossen wir, uns zurück zu den Wurzeln ARENAs zu begeben und so verringerten wir die Anzahl der gezeigten Stücke. Um 30 Jahre Theaterkunst in Erlangen und die bewegende Geschichte von ARENA gebührend zu feiern, planten wir eine Veranstaltung als krönenden Abschluss. Ich freute mich auf die Arbeit mit dem neuen Team, die vielfältigen Künstler_Innengruppen und deren Projekte zum Motto „NO DRAMA_“. Dieses Motto wirkt nun prophetisch: NO DRAMA, NO DANCE, NO THEATRE, NO PERFORMANCE. Doch wir würdigen das 30-jährige Jubiläum des Festivals nun in einem neuen Format. Mir wird die Zeit bei ARENA als wunderbar aufregende und lehrreiche Zeit in Erinnerung bleiben. 

Hanna Kühnel (Videoproduktion)

Das Festival 2020 wäre ohne Zweifel wieder ein sehr geiles Festival geworden – ohne Drama und mit vielen beeindruckenden Künstler_Innen aus ganz Europa. 

Mein zweites ARENA-Jahr hatte ich mir, wie wahrscheinlich alle, irgendwie anders vorgestellt. Mit vielen coolen neuen Leuten sind wir im Oktober 2019 gestartet, um eigentlich im Juni 2020 das Festival unter dem Motto „NO DRAMA_“ zu rocken. Vier wunderschöne Tage mit dem ein oder anderen erhöhten Stresslevel, neuen Bekanntschaften, müde lachenden Augen und aufregenden Erfahrungen.  Ich war dieses Jahr in der Videoproduktion tätig gewesen und hatte mich schon sehr gefreut, das Festival mit der Kamera zu begleiten – sowohl das Festivalleben als auch die Aufführungen selbst. In diesen vier Tagen wird das Festivalzentrum zu deinem zu Hause. Ob gute Küche mit dem besten Gastro-Team der Welt, ein Büro voller Organisation oder ein Wohnzimmer mit einem krassen Programm an Unterhaltung und Workshops. 

Naja, wenn´s dieses Jahr nicht so geil werden kann, dann halt nächstes Jahr in doppelter Portion! 

Octavia Lazarov (Finanzen)

Nachdem ich mit meinem BWL-Studium endlich fertig war, hatte ich mich dafür entschieden. mich meiner früheren Begeisterung, dem Theater zu widmen. Als ich hier in Erlangen in einer Vorlesung von dem Verein gehört hatte, bin ich gleich am selben Abend spontan mitgegangen. Tja, was soll man sagen… wenn das Bauchgefühl stimmt, die Leute cool sind, das Projekt spannend und aufregend ist? Dann ist man plötzlich Teil von dem Ganzen. Die Gruppe hat dringend jemanden gesucht, der sich mit den Finanzen auskennt. War das nicht genau was ich gesucht hatte? Eine Kombination zwischen der Wirtschaft und der Kunst? Wir müssen eines klar sagen: wahre Künstler_Innen wollen sich nicht mit den Finanzen auseinandersetzen müssen. Genau deswegen bin ich Teil von Arena geworden: ich wollte dieses Jahr Kunstschaffenden die Möglichkeit geben auf einer Bühne zu stehen, ohne sich um die Finanzierungen kümmern zu müssen. Das ist das Ziel von ARENA! Leider ist Corona dazwischengekommen. Trotzdem denke ich, dass nun die Aufgabe ist, ARENA durch diese Krise finanziell gut durchzubringen, damit wir die nächsten Jahre Theater und Tanzgruppen eine Bühne schenken können. 

Sophie Eidt (Künstlerische Leitung)

ARENA 2020 – mein erstes Jahr, meine ersten Erwartungen, das erste Mal der Aufgabe der Festivalorganisation stellen…. Naja fast. 

Als ich im Oktober an die FAU kam, hatte ich schon einiges über dieses Festival gehört und als die Nachfrage kam, wer im nächsten Team dabei sein möchte, gab es kein Zurück mehr. Ich erwartete eine großartige Gruppe, mit der man sich über das Theater unterhalten konnte und mit denen man gemeinsam ein Theater- und Performancefestival auf die Beine stellen würde. Ich erwartete Künstler_Innen von der ganzen Welt kennenlernen zu dürfen und auch mit ihnen gemeinsam etwas auf die Beine zu stellen.

Es sollte ein Punkt in meiner theatralen Laufbahn sein, den ich unter keinen Umständen verpassen wollte. Schon bei Beginn der Planung stellte ich mir immer wieder vor, wie es wohl sein würde mit all den verschiedenen Persönlichkeiten und Kunstschaffenden eine komplette Woche zu verbringen und gleichzeitig, aber auch mitverantwortlich dafür zu sein, dass das Ganze am Laufen gehalten wird. 

Unter dem Motto „NO DRAMA_“ suchte die künstlerische Leitung, zu der ich gehöre, verschiedene Künstler_Innen(-gruppen) aus, die in der Festivalwoche auftreten sollten. Diese live erleben zu können und sich ebenso um die Kommunikation mit ihnen zu kümmern, stellte ich mir unheimlich spannend vor. Dies war wahrscheinlich mitunter das, auf das ich mich am meisten freute. 

Nachdem jedoch die Nachricht kam, dass ARENA in diesem Jahr endgültig nicht wie gewohnt stattfinden konnte, war die Enttäuschung im ersten Moment groß. Doch natürlich hat das eine Jahr nicht zu bedeuten, dass diese Chance verstrichen sein muss, denn auch im nächsten Jahr wird Arena noch aktiv sein. Spätestens nächstes Jahr werden all diese Erwartungen Realität werden. Also ganz nach dem diesjährigen Motto „NO DRAMA_“. 

Melanie Weinrich (Technik)

Ich bin dieses Jahr zum ersten Mal Teil des ARENA-Teams. Als neues Mitglied im Team war ich von Anfang an unheimlich gespannt, wie ich das Festival diesen Sommer wohl erleben würde. Ab Oktober entwickelte sich in den laufenden Monaten ein immer klareres Bild, was mich im Sommer schließlich erwarten würde – durch die Zusammenarbeit im Team, die Arbeit und Initiative für den eigenen Aufgabenbereich  und schließlich durch die Beschäftigung mit den vorangegangen tollen Festivals im Zuge des diesjährigen Jubiläum. Je näher das Festival rückte, desto größer war die Vorfreude bis durch die Pandemie das Veranstalten nicht mehr in Frage kam.

Da dieses Jahr auch noch das 30-jährige Jubiläum von ARENA gefeiert werden sollte, ist nun das Ziel, dies möglichst gebührend durch die Aufarbeitung der letzten Jahre online zu veranstalten. Ich denke, dass diese Situation uns die Möglichkeit geben kann, nächstes Jahr noch mehr Energie und Vorfreude in das Festival im Sommer 2021 zu stecken.

Belén Otto Ruiz (Design)

Die Erwartungen an das diesjährigen ARENA-Festivals haben sich ganz und gar übertroffen, wenn nicht sogar verwirklicht: NO DRAMA, NO THEATRE, NO DANCE. Jedoch war der Plan zu Beginn ein anderer. Woche für Woche wurden zusammen Pläne geschmiedet und Ideen gesammelt, um in Erlangen Tanz und Theater aus aller Welt zu erfahren. Ich habe mich sehr gefreut, dieses Jahr daran teilnehmen und sogar daran mitwirken zu können. Als neues Mitglied das Design des Festivals gestalten zu können, ist eine Ehre, da dieses als Aushängeschild des Festivals fungiert. Nach langer Recherche habe ich letztendlich Konzepte entwickelt, Plakate, Eintrittskarten und eine Broschüre entworfen. Im Fokus meiner Arbeit steht der Mensch voller Gefühle, voller Drama. So gut wie jedes künstlerische Werk handelt von unseren Empfindungen als Mensch: Es werden darin unsere eigenen Erfahrungen, Konflikte und Persönlichkeiten reflektiert und nach außen getragen. Aus diesem Grund steht der anonyme, weinende Mensch als Symbol, welcher mit sich selbst im Konflikt steht und somit für uns alle als Individuen steht.

Florian Fischer (Öffentlichkeitsarbeit)

Ich bin dieses Jahr das erste Mal bei ARENA dabei. Ich habe davor zwar schonmal von ARENA gehört, war aber bei keinem Festival dabei. Freunde haben mich mit zu meinem ersten Treffen geschleppt und ich war von Anfang an motiviert, mitzuhelfen, da mich die Arbeit an ähnliche Projekte, bei denen ich zu Schulzeit mitgearbeitet habe, erinnert hat. Von dieser Zeit weiß ich auch, wie cool es ist, wenn man länger an einem Projekt arbeitet, und man dann endlich ein Ergebnis sieht. Dementsprechend groß war auch meine Vorfreude auf die Festivalwoche.

Auch gespannt war ich auf die verschiedenen Aufgaben, die mich in der Öff (Öffentlichkeitsarbeit) erwartet haben. Dabei konnte ich bei vielem Erfahrungen einbringen und dabei dem Team helfen, aber auch viele neue Erfahrungen sammeln und dazu lernen. Auch wenn das Festival nicht wie geplant stattfinden konnte, hat mir die Zeit Spaß gemacht und ich denke, ich werde auch nächstes Jahr wieder dabei sein.

2019

2019

Mit einem besonderen Motto konnte das Arenafestival auch 2019 überraschen. Mit der Frage „Sind wir schuldig?“ machte es sich ARENA zur Aufgabe, den internationalen Austausch junger Künstler*innengruppen auch auf struktureller Ebene zu fördern und philosophische Fragen aufzuwerfen, was mit großem Erfolg gelang. Für insgesamt zehn verschiedene Stücke wurden die unterschiedlichsten Orte in ganz Erlangen zu Spielorten verwandelt. Die Themen der Stücke waren vielfältig: In „Sorry not sorry“ wurden das Erbe und die Konsequenzen biblischer Lehren bezüglich Sexualität in der heutigen Gesellschaft in Frage gestellt, in der Soloperformance „Heimat von oben“ wurden die Zuschauer*innen mit Rechtspopulismus konfrontiert, „one more drama“ setzte sich mit dem Thema der eigenen Einsamkeit auseinander und selbst klassische Stücke wie „Medea“ wurden den Zuschauer*innen präsentiert. Auch hatten die Besucher*innen wieder die Möglichkeit in Form von Workshops, Gesprächsrunden, Morning Yoga und Vorträgen am Festivalgeschehen teilzuhaben und natürlich kam auch das Feiern nicht zu kurz. Im Festivalzentrum gab die Heilbronner Band „On the roof“ ein Konzert und passend zum Motto konnten die Opening Party mit dem Motto „Show your guilt“ und die Final Night Party mit dem Motto „The Salvation Party“ die Besucher*innen begeistern. 

2018

2018

Wir scheitern beim Probieren. Wir schaffen beim Probieren. 404 not found. Das Motto des 28. ARENA-Festivals zeigte das Leben als große ständige Suchbewegung. Fehlermeldung. Stopp. Anhalten. Was ist die Ursache, was ist die Lösung? Welchen Weg gehen wir? Unter diesem Motto zeigte das von Studenten ehrenamtlich organisierte Festival unterschiedliche Tanz, Theater und Performance Produktionen. Die zehn jungen Ensembles aus Polen, Deutschland, den USA, Kanada und Griechenland zeigten aufregende, ungewöhnliche Produktionen zu dieser Thematik. ARENA schuf eine Plattform und einen Raum für den interkulturellen und internationalen Austausch freier Theaterkunst. Als Rahmenprogramm dienten talkArts nach der Vorstellung, mehrere Workshops, Vorträge, Partys und ein Konzert der Erlanger Allroundcoverband „Die Larries“. 

2017

2017

Das 27. ARENA-Festival fand vom 21. Juni bis 25. Juni 2017 statt und stand unter dem Motto „Prisma – Perspektivwechsel“, das die Zerrissenheit des Jahres 2017 repräsentierte. Die Gesellschaft spaltete sich in unterschiedliche Gruppierung, die teilweise auf Ansichten beharrten, ohne diese zu reflektieren oder zu hinterfragen. Umso wichtiger war es, diese festgefahrenen Vorstellungen in Frage zu stellen und einen Perspektivwechsel hervorzurufen. So wurde ein Nährboden für vielfältige und abwechslungsreiche künstlerische Projekte geschaffen, auf dem mit fremden Blickwinkeln konfrontiert und zum Nachdenken angeregt wurde. Es waren neun nationale und auch internationale Künstler_Innengruppen, darunter aus Südafrika, Finnland, Schweiz, Österreich eingeladen, die in den fünf Tagen in der Erlanger Innenstadt an den verschiedensten, teilweise außergewöhnlichen Orten auftraten. Hierbei gab es eine bunte Mischung an behandelten Themen, u.a. die Lust der Frau, Lebenswelten verschiedener Tierspezies oder menschliche Identität. So war für jeden Geschmack etwas bei den Vorstellungen dabei. 2017 gab es zum ersten Mal eine Zusammenarbeit mit funklust – Deine Campusmedien“. Durch diese Kooperation war es möglich, ein Festivalkino einzurichten, in dem nun auch auf einer Leinwand viel zu sehen war. Auch Konzerte und Workshops fanden statt, bei denen ein besonderes Körpergefühl durch Tanz erreicht werden konnte, der Umgang mit Abscheu und Anti-Likes erarbeitet und Lieder aus „23 Years, a Month and 7 Days“ erlernt wurden. Zusätzlich gab es einen Zusammenschluss mit Siemens Healthineers Global, die einen Sitz in Erlangen haben, deren Forschungsprojekt Digital Cortex den Ausgangs- und Orientierungspunkt für eine Annäherung an interaktive, immersive und inkognito-Theaterformen bot. Abgeschlossen wurde das 27. ARENA-Festival durch die Endparty „Prism is a Dancer“ in einer Erlanger Karaokebar.

2016

2016

Nicht lange ist es her, dass Arena auch 2016 Erlangen mit einer turbulenten Theaterwoche beglücken durfte. Outdoorperformances einer Künstler*innengruppe aus Kanada namens „Oyster“, zu der man seine eigenen Kissen mitbringen sollte, peruanisches stummes Theater, das den Alltag eines Familienkonflikts auf die Bühne brachte, oder auch die feministisch performativen Audiowalks namens „Ankunft der Kraniche“ lassen einen in diesen Zeiten melancholisch auf dieses Jahr zurückblicken. Unter dem Motto „Wer hat Angst vor…?“ rief Arena international Künstler*innen auf, sich mit ihrer Angst zu beschäftigen und sie als Inspiration zu nutzen. Wie hieß es im Mottotext so schön? „Angst ist Potential. Wachsen. Überleben. Weitergehen. Andersdenken. Auffallen. Mut.[…] Kunst als Mittel, Ängste sichtbar zu machen. Ängste zu erforschen. Ängste hinter sich zu lassen.“ So beschäftigte sich auch die Rahmenprogrammperformance „Angst ist ein Grundgefühl“ mit dem Thema und hielt in 4 Stunden an 4 Tagen einen Schnappschuss der Angst in Erlangen fest und versuchte dem Gefühl auf den Grund zu gehen. Es ist kaum genug zu schwärmen von den vielen tollen Beiträgen die 2016 eine Woche lang die Erlanger Bühnen bereichert haben.  In diesem Jahr begann auch unsere inzwischen feste Zusammenarbeit mit den Kampusmedien @Funklust, die Arena mit Filmaufnahmen der Performances, Radiobeiträgen und vielem mehr jährlich geholfen haben. Eure Unterstützung ist goldwert! Wir hoffen ihr seid nächstes Jahr wieder an Bord.

2015

2015

Auch 2015 hat ARENA wieder internationale Theatergruppen nach Erlangen eingeladen. In diesem Jahr, um diverse Interpretation des Mottos „Künstlerische Befruchtung“ auf Bühne und Straße zu bringen. „Warum schwindet die Inspiration im Laufe des Lebens? Wir haben keine Zeit! Die Kunst geht im Alltag unter, andere Lebensinhalte treten in den Vordergrund.“ Um dieser Entwicklung entgegen zu wirken hat das ARENA-Team 2015 neun Gruppen inklusive Koproduktion nach Erlangen eingeladen, um deren eigene Interpretation künstlerischer Befruchtung zu präsentieren. Unterschiedlicher hätten die Ansätze nicht sein können. Doch war in diesem Jahr für jeden Geschmack etwas dabei: Von einer lithuanischen Tanzgruppe die sich mit Einfachheit und Losgelassenheit beim Tanzen beschäftigte und versuchte eine neue Theaterform aus mitgebrachten Gegenständen via Brutkasten zu erstellen, hin zu Marcin Zarzeczny´s Darbietung der wahren Geschichte eines arbeitslosen Schauspielers und dessen Streben nach Erfolg. In diesem Jahr wurden dank dem „Collectif Bim“ und ihrer Neuinterpretation von Theater und Tanz auch die Straßen Erlangens zur Spielstätte. Verschiedene Workshops wurden angeboten – natürlich passend zum Motto: jeder Teilnehmer wurde dazu aufgerufen sich selbst kreativ auszuleben. Es konnten eigene Choreografien entwickelt werden, inklusive einer eigenen Mini-Inszenierung. Das „Collectif Bim“ lud dazu ein, sich auf unkonventionelle Arten und Weisen aufzuwärmen. Eine große Besonderheit an diesem Jahr war natürlich das 25. Jubiläum des Festivals, was mit passenden Motto-Partys gebührend gefeiert wurde – auch mit einem Blick in die Zukunft und der versprechenden Hoffnung, dass das ARENA-Festival auch im nächsten viertel Jahrhundert seiner Existenz wieder internationales Theater nach Erlangen bringt. 

2014

2014

Auch 2014 ging das ARENA-Festival in die nächste Runde. In diesem Jahr unter dem Motto: „Mensch… Wer bist du?“. Dreizehn internationale Künstler und Künstlerinnen machten sich auf die Suche nach dem Wesenskern des Menschen. Was macht den Menschen und sein Menschsein überhaupt aus? Wo verliert er sich und wie kann er sich frei entfalten? Inwiefern werden wir von außen beeinflusst? Was bewegt uns als Mensch und wie gehen wir mit Verlust und Einsamkeit um? Im Jahr 2014 wurden Theaterinteressierte mit diesen Fragen konfrontiert und auf die Probe gestellt. Zur Eröffnung des Festivals wurde das Schweizer „Sapta“-Kollektiv eingeladen, welches auf der Grundlage von Oliver Sacks neurologischen Forschungen und Erzählungen das Stück „Ohne Bein mit Socken“ zeigt. Wie wird der eigene Körper in der heutigen Gesellschaft wahrgenommen? Was ist uns fremd und was vertraut? Dieses Stück klärte über die Prozesse der Körperwahrnehmung auf und untersuchte die Schnittstelle zwischen Normalität und Realität. Neben dem körperlichen bzw. äußerlichen Aspekt des Menschen beschäftigten sich auch einige Kunstschaffende mit der Psyche, wie unter anderem mit dem Phänomen „die Decke auf den Kopf fallen zu spüren“. Man möchte fliehen – vor Stress, vor Überwachung, vor Fremdbestimmung, vor Konsumwahn, vor ungerechten Strukturen oder ganz einfach fliehen vor dem tristen Alltag, hinein in die Liebe, in den Rausch, in ein anderes Land, vor dem Computer, in die Leere oder gar in die Lüge. Regeln und Bedingungen werden benötigt, um das Leben einzurichten. Es ist eine Art Metamorphose zwischen Disziplin und Freiheit. Auch die Beziehung zwischen Männern und deren menschliches Miteinander wurde 2014 aufgegriffen. Zwei Aufführungen stellten typische und untypische Männlichkeitsbilder zur Diskussion: Freundschaft und Liebe, Homosexualität und Homosozialität. Die Thematik der „Menschlichkeit“ fand aber ebenso futuristische Anklänge: Was wäre, wenn es außerhalb unseres Sonnensystems Leben gibt und dieses von der Existenz der Menschheit wüsste? Ein vielleicht beängstigender Zukunftsgedanke. Robotische, doch menschenähnliche Wesen, ausgestattet mit künstlicher Intelligenz. All dies zeigte uns, dass der Mensch nicht nur aus Namen, Aussehen oder Geschlecht besteht. Seine Charaktereigenschaften, seine Sexualität, sein Wissen und Denken, seine Vergangenheit sowie Zukunft, seine Fähigkeit über sich selbst nachzudenken, sein Handeln zu analysieren und zu hinterfragen, mit einem Ziel: mehr über sich herauszufinden. Das alles macht den Menschen aus. Ein Festivaljahr der puren Selbstreflexion.